Home HOME Seite drucken Seite drucken
© Paradies Ennstal

Geschichte

Der Name Sölk ist 1080 als Selicha erstmals urkundlich genannt und slawischen Ursprungs. Bei der Gründung des Stiftes Admont schenkt der Erzbischof von Salzburg dem Stift ein Gut zu Selicha.

"Selika, Selicha" ist ein Name, der das Landschaftsbild unserer Gemeinde widerspiegelt, denn er steht für "fließendes Gewässer" und stammt von der indogermanischen
Wurzel "sal" = Wasser.

Schloss Großsölk

(Foto: ©Thomas Guggenberger)
Auf einem steil abfallenden Felsen liegt das einstige, auf beherrschender Höhe stehende, Hochschloss Großsölk. Das Schloss ist 1341 als landesfürstliches Lehen der Herren von Pettau, die dort eine Feste erbaut hatten erstmals urkundlich erwähnt. Im 16. Jahrhundert wurde die Feste zum Schloss umgestaltet und war vorübergehend im Besitz der Herren von Hofmann. 1617 wurden Schloss und Herrschaft von Erzherzog Ferdinand dem Jesuitenorden verkauft. Nach Auflösung des Ordens wechselten oftmals die Besitzer von Großsölk. Unterhalb vom einstigen Hochschloss befindet sich das heute in Privatbesitz befindliche Niederschloss mit dem nebenstehenden Getreidekasten.

Sakralbau
Die Pfarrkirche zum hl. Leonhard wurde um 1730-1740 aus einem herrschaftlichen Pferdestall des Schlosses Großsölk umgebaut. Der mit 1686 datierte Hochaltar stammt aus der Pfarrkirche Gröbming. Das Altarbild mit der Darstellung des hl. Leonhard entstand um 1740. Zur Innenausstattung der Kirche gehören auch einige erwähnenswerte Barockbilder: die An-betung der Hirten (17. Jhdt.), Christus am Kreuz, Immaculata, Christus als Weltenrichter mit Sterbendem und Priester, Judas Thaddäus und hl. Thekla mit Legendenszenen. Eine Statue des hl. Sebastian dürfte in der Zeit zwischen 1515 und 1520 entstanden sein.

Sölkpass

Auf den Spuren der Römer befindet man sich, wenn man durch das Großsölktal von St. Nikolai über den Sölkpass vom Ennstal in das Murtal fährt, denn schon seit der Römerzeit verbindet eine Straße diese beiden Täler. Der einst wichtige Handelsweg ist während der schneefreien Monate befahrbar.

Forschungen erbrachten das Ergebnis, dass der Sölkpass schon vor 3200 Jahren begangen wurde.
Der Verein ANISA entdeckte das Fundament einer ehemaligen Hütte (in der Nähe der heutigen Kapelle) und Holzkohlenreste. Ein Speziallabor in den USA stellte die Abstammung aus der Spätbronzezeit (Urnenfelderzeit) fest.
Die Lage des Gebäudes lässt an eine Rast- und Zufluchtsstätte für Säumer und Wanderer denken. Die Säumer der Urgeschichte verwendeten einen Steig zur Begehung des Passes, der als Teil des urgeschichtlichen Salzweges von Hallstatt in den Süden zu betrachten ist.
 
Laut mündlicher Überlieferung von anno 1700 leisteten die Bauern aus dem Sölktal mit ihren Pferden Vorspanndienste bis zur Passhöhe.

Vor geschätzten 220 Jahren wurde auf der Sölkpasshöhe ein Unterstand aus Natursteinen errichtet. Almhirten und Sennerinnen versahen diesen Unterstand mit einem Kruzifix und Heiligenbildern, sie gestalteten eine Andachtsstätte "Das Sölkkreuz".

Chronologie des Kleinsölktales

  • 1277
    "Hartneid von Wildon" wird Grundherr des Sölktales, die Herren von Wildon herrschen als Landesmarschälle über das Herzogtum Steiermark. Auch das Stift Admont ist im Besitz mancher Böden und Wälder.

  • 1322
    Die Herren von Pettnau erwerben das Marschallamt in der Steiermark und werden deshalb auch Grundherren im Sölktal.

  • 1438
    Die Herren von Schaumburg folgen dem ausgestorbenen Geschlecht der Pettnauer und befinden sich im landesfürstlichen Besitz des Sölktales. Kleinsölk bildet ab diesem Zeitpunkt eine eigene Verwaltungseinheit in Hinblick auf die Gerichtsrechte und ist somit ein landesfürstliches Lehen. In der folgenden Zeit gerät Kleinsölk in die Hände der Herrschaft Hofmann bzw. Neuhaus-Trautenfels.

  • 1499
    Das Stift Admont erwirbt ausgedehnte Waldbesitzungen.

  • 1599
    Die Bauern in Kleinsölk können vom Salzburger Erzbischof Nutzungsrechte auf der Tuchmoralm erwerben.

  • 1617
    Die Kirche in Kleinsölk wird urkundlich erwähnt.

  • 1770
    In Urkunden werden Lieferungen von Sölker Marmor an das Stift Admont erwähnt.
     
  • 1786
    Die Gemeinde Kleinsölk wird geschaffen. Den Namen Kleinsölk führt ursprünglich nur das Tal vom vlg. Köck aufwärts, die Ortschaften Winklmühle, Stein/Enns, Sölkdörfl, Dörfl, Gelsenberg, Reith und "Steinmössel" (Sitz des Sölker Marmorwerkes) kommen erst mit der Gründung der Gemeinde zu Kleinsölk.

  • 1795
    Kleinsölk wird zu einer eigenen Pfarre erhoben. Die Kirche samt Pfarrhof muss neu gebaut werden. Das Patrozinium der Kirche ist das Heilige Kreuz.

  • 1819
    Erzherzog Johann, der sich sehr oft in Kleinsölk aufhält, ist vom Schwarzensee so begeistert, dass er ein großes Fest mit Tanz gibt. Dieses Ereignis wird vom berühmten Maler Jakob Gauermann festgehalten.

  • 1910
    Der ganze Ort kommt aus dem Staunen nicht heraus, als das erste Auto in Kleinsölk einfährt.

  • 1969
    Ausbau der Landesstraße bis Kleinsölk-Ort.

  • 1971/72
    Die Volksschule in Kleinsölk wird neu gebaut. Der erste Schulunterricht fand 1813 statt.

  • 1972
    Gründung der Partnerschaft zwischen der Stadt Ilshofen/Landkreis Schwäbisch Hall, Baden-Würtemberg, Deutschland und der Gemeinde Kleinsölk. Viele Ilshofener sind zu dieser Zeit, in der der Tourismus in Kleinsölk seinen Höhepunkt erreicht, Gäste im Tal. Dadurch entstehen viele freundschaftliche Beziehungen, aus denen auf Betreiben der Bürgermeister Hermann Hofer (Kleinsölk) und Hermann Merz (Ilshofen) die Partnerschaft entsteht.

  • 1974
    Die Errichtung des neuen Sölker Marmor Steinbruchs erfordert erhebliche Investitionen, bringt der Gemeinde jedoch wichtige Arbeitsplätze.

  • 1975
    Der Kleinsölkbach wird durch den Kraftwerksbau der STEWEAG in einen 3,6 km langen Stollen in den Stausee nach Großsölk abgeleitet.

  • 1977
    Um den Riesgraben, einen gefährlichen Lawinengang, zu entschärfen, wird darüber eine Brücke gebaut.

  • 1987
    Die Gemeinde Kleinsölk erhält von der Landesregierung das Recht verliehen, ein Gemeindewappen zu führen.

  • 1992
    In Gedenken an die 1949 abgebrannte Kapelle in Reith bauen die Dorfbewohner eine neue Marienkapelle.

  • 1995 – 2001
    Durch den Verein Dorfentwicklung werden in Kleinsölk zahlreiche Veränderungen, Neubauten, Ortsverschönerungen und dgl. vorgenommen. Ein Kunstgewerbehaus, ein Fußballplatz samt Sportvereinshaus, ein Bauhof, ein Spielplatz und ein Pendlerparkplatz sind nur einige Beispiele für die großartigen Verwirklichungen, die erst durch die Eigenleistungen der Gemeindebürger entstehen konnten.

  • 2010
    Am 17. Juli geht über dem Gebiet der Breitlahn ein heftiges Unwetter nieder. In Folge kam es zu großflächigen Erd- und Felsrutschungen, welche den Sölkbach mehrmals aufstauten. Im Bereich Kohlung erreichte die Verklausung eine Höhe von über 10 Meter. Als sich zwei der dahinter gebildeten Klausen lösten, wurde der Druck an der Klause an der Kohlung so groß, dass diese die gewaltigen Wasser und Schlammmassen frei gab. Diese Massen wälzten sich unaufhaltsam zu Tal und verwüsteten große Teile von Hinterwald/Au.  
    Eine Verklausung am Winkelmühler Steg in Stein an der Enns, hatte zur Folge, dass die Josef-Schütz-Siedlung und weitere Teile von Stein an der Enns von den Wasser- und Schlammmassen teilweise bis zu einem Meter hoch überflutet wurden. Die betroffenen Ortsteile der Gemeinde Sölk wurden zum Katastrophengebiet erklärt.

Orts- und Bergnamendeutung

Fleiß
1480 "an der Fleiß"; nach Kreuzmayer auf das slaw. Wort "biza", die Nähe, die Nachbarschaft, hier in der Nähe von Faista gemeint, zurückzuführen. 

Mößna
1414 als "die Mesnai" überliefert, auf ein mhd. Wort "messeni" zurückzuführen, das aus dem lateinischen "mansio" entlehnt ist, "mansio" = die Ansiedlung; oder auf das mhd. Wort "mes-sen" = mischen zurückzuführen. Vielleicht, weil sich dort der Seifriedbach und der Großsölkbach "mischen", d.h. ineinanderfließen. 

St. Nikolai
Das Hauptheiligtum des hl. Nikolaus steht in Bari (Italien) als San Nicola, er ist der Heilige der Wanderer, Händler, Kaufleute und der Schiffer und Flößer. Überall an wichtigen Handelsstraßen finden sich Nikolai-Kirchen. 

Gumpeneck
In den weichen, hier dem Kristallingestein der Niederen Tauern aufgelagerten Kalkfelsdecken, besonders an den Ostkaren des Berges, sind viele Dolinen, die sog. "Gumpen" eingefressen, in denen kleine Seen und Tümpel entstanden sind, daher der Name "Gumpeneck"

Gemeinde Sölk
8961 Sölk, Stein an der Enns 100
Telefon: 03685 / 22 282
Fax: 03685 / 23207
E-Mail: gde@soelk.gv.at
Amtsstunden
Montag - Donnerstag:
08:00 - 17:00 Uhr
Freitag:
08:00 - 12:00 Uhr
Parteienverkehr
Montag - Freitag:
08:00 - 12:00 Uhr